Occhi

Unter den verschiedenen Handarbeits-Techniken ist die Ausführung der Frivolitetenspitze (auch Occhi genannt) wohl eine der graziösesten. Die Technik dürfte sich aus den Knüpfarbeiten entwickelt haben, und der Name "Occhi", d. h. Auge, deutet auf den italienischen Ursprung hin. Schon unsere Groß- und Urgroßmütter ließen die schlanken Schiffchen, die oft aus Silber oder eingelegtem Elfenbein gearbeitet waren, geschäftig durch die Hände gleiten und liebten es, feine kleine Toilettengegenstände mit den zierlichen Spitzen zu befeßen. Die Technik eignet sich ausschließlich nur für fein gegliderte Muster, während es nicht möglich ist großzügige Muster in Frivolitätenarbeit herzustellen. Alle Spitzen werden nur aus zusammenhängenden Ringen und Bogen gebildet, die aus dicht nebeneinander gearbeiteten Schürzknoten bestehen, und um einen Einlagefaden geknüpft werden. Hat man diesen Doppelknotten erlernt, so kann man jedes Muster leicht nacharbeiten. Doch empfielt es sich, erst einfache Spitzen zu probieren, bis alle Knoten recht gleichmäßig werden.

Quelle: "Das Buch der Handarbeiten" von Mizi Donner und Karl Schnebel, 1913. 

Die Geschichte der Wiedergeburt von Occhi in Russland finden Sie hier.